Die Warmwasseraufbereitung im Untergeschoss der Turnhalle/Mehrzweckhalle (MZH) hat ihre Lebensdauer erreicht und erfüllt die hygienischen Anforderungen nicht mehr. Die bisherige Mischwasseranlage («Gössimat») ist defekt und ausser Betrieb. Bei dieser veralteten Anlage wurde das Wasser nach dem Erwärmen auf ca. 45°C abgekühlt und gemischt. Um die heutigen Anforderungen an eine hygienisch unbedenkliche Anlage zu erfüllen und die Gefahr durch Legionellen rasch und dauerhaft auszuschliessen, ist entschlossenes Handeln nötig. In einem ersten Schritt wurden dieses Jahr die Duschen in den Garderoben umfassend saniert.
Anstatt den defekten «Gössimat» für rund CHF 54’000 durch ein vergleichbares System zu ersetzen, setzt der Gemeinderat auf eine zeitgemässe, nachhaltige und langfristig wirtschaftlichere Lösung. Die bestehende Mischwasseranlage wird vollständig zurückgebaut. Gleichzeitig werden die alten verzinkten Stahlrohre durch neue Warm- und Kaltwasserleitungen ersetzt. Das Warmwasser wird künftig durchgehend mit über 60 Grad geführt, wodurch die Legionellengefahr technisch gebannt ist.
Die neuen Leitungen werden in der abgehängten Decke des Korridors von den Sanitäranlagen – also den WC- und Duschanlagen – bis zum Technikraum geführt. Im Bereich der Duschen wurden die Leitungen im Rahmen der bereits erfolgten Sanierung erneuert und können direkt an die neue Installation angeschlossen werden. Im nächsten Schritt betrifft die Leitungserneuerung den Bereich der WC-Anlagen.
Eine Sanierung der WC-Anlagen ist technisch notwendig: Sie wurden seit dem Bau der Mehrzweckhalle im Jahr 1987 nicht erneuert. Für einzelne Baugruppen wie zum Beispiel die Pissoir-Spülung sind keine Ersatzteile mehr verfügbar.
Eine spätere Sanierung der WC-Anlagen wäre technisch möglich, ist jedoch mit erheblichen Zusatzkosten verbunden. Das Täfer im Korridor müsste im Bereich der WC-Anlagen erneut demontiert und anschliessend wieder montiert werden. Zudem müsste die jetzt an die bestehende WC-Installation angepasste Leitungsführung bei einer späteren Sanierung nochmals umgebaut werden. Allein durch den Verlust dieser Synergien bei Sanitär- und Schreinerarbeiten würden voraussichtlich Mehrkosten von rund CHF 10’000 entstehen. Hinzu kommen Synergien mit der laufenden Sanierung des Schulhauses. Für Plattenbeläge und Trennwände konnten bereits vorteilhafte Konditionen provisorisch vereinbart werden. Bei einer Verschiebung der WC-Sanierung könnten diese Preisvorteile nicht mehr genutzt werden. Gleichzeitig bietet die gemeinsame Ausführung die Möglichkeit, im gesamten Schulhausareal einheitliche Materialien und Ausstattungen – beispielsweise bei Lavabos und Platten – einzusetzen.
Der Gemeinderat empfiehlt deshalb, die Arbeiten zusammenzufassen und die WC-Sanierung direkt im Zuge der Leitungserneuerung auszuführen. An der Gemeindeversammlung im November wird der Budgetbetrag von CHF 110'000 beantragt. Die rund CHF 40'000 für die dringliche Leitungsumstellung und die Behebung der Legionellengefahr werden aufgrund der zeitlichen Dringlichkeit bereits dieses Jahr ausgeführt und als Kreditüberschreitung 2026 verbucht, nachdem es sich um eine gebundene Auslage handelt.
Das aktuelle Infektionsrisiko ist im Griff: Das Hauptrisiko wurde bei der Sanierung der Duschen bereits eliminiert. Der Hauswart spült zudem die Anlagen täglich. Zudem sind vorsorgliche Wasserproben beim Kanton angemeldet.
Gemeinsam mit dem Energieberater Patrik Küttel (fokus-e) plant die Gemeinde den schrittweisen Umbau der Haustechnik mit Blick auf den vorgesehenen Anschluss an das Fernwärmenetz der KGW im Jahr 2032.
Die bestehende Warmwasseranlage mit zwei grossen Speichern von insgesamt 3’500 Litern aus dem Jahr 1985 ist für den heutigen Bedarf deutlich überdimensioniert. Die beteiligten Fachplaner kommen übereinstimmend zum Schluss, dass die künftige Anlage wesentlich kompakter dimensioniert werden kann. Dies reduziert nicht nur den Energiebedarf, sondern verbessert auch die Wasserhygiene.
Um den tatsächlichen Warmwasserverbrauch zuverlässig bestimmen zu können, wird im Rahmen der Leitungssanierung ein Wasserzähler eingebaut und künftig regelmässig abgelesen. Auf dieser Grundlage kann der tatsächliche Energiebedarf für die Warmwasseraufbereitung berechnet werden. Bis zum geplanten Fernwärmeanschluss im Jahr 2032 soll der effektive Wärmebedarf des gesamten Gebäudes schrittweise ermittelt und weiter reduziert werden. Dazu trägt insbesondere die energetische Sanierung der Gebäudehülle des Schulhauses bei. Die künftige Anlagentechnik kann dadurch gezielt auf den verbleibenden tatsächlichen Bedarf ausgelegt werden. Parallel dazu werden die Heizungsverteilungen schrittweise erneuert und eine moderne Gebäudeleittechnik zur Effizienzüberwachung installiert.
Da die beauftragten Planer und Handwerker bereits die Schulhaussanierung betreuen, kennen sie die Örtlichkeiten bestens. Das Gesamtkonzept stellt sicher, dass die einzelnen Sanierungsschritte technisch aufeinander abgestimmt sind, unnötige Provisorien vermieden werden und sämtliche Investitionen auf das langfristige Ziel – den Fernwärmeanschluss im Jahr 2032 – ausgerichtet sind. Damit wird die Gebäudetechnik der MZH schrittweise, wirtschaftlich und nachhaltig für die Zukunft gerüstet.